Nichtmedikamentöse Behandlungsformen bei ADHS
Dienstag, April 29th, 2008Hauptbehandlungsform bei Kindern mit ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom mit Hyperaktivität) ist die medikamentöse Therapie. Diese hilft in den meisten Fällen. Aus verschiedenen Gründen - wie zum Beispiel bei zu starken Nebenwirkungen – sind Alternativen angezeigt. Behandlung mit Neurofeedback
Noch nicht sehr verbreitet ist in Deutschland das Neurofeedbackverfahren. Bereits 1998 konnte Thomas Fuchs in seiner Dissertation „Aufmerksamkeit und Neurofeedback“ nachweisen, dass Neurofeedback ähnlich gut helfen kann wie die medikamentöse Behandlung.
Was ist Neurofeedback? Neurofeedback ist ein Biofeedbackverfahren. Speziell beim Neurofeedback werden die Gehirnströme des Klienten abgeleitet und mittels geeigneter Software festgestellt, wie hoch der Anteil an bestimmten Frequenzen ist. Beim EEG unterscheidet man zwischen verschiedenen Wellen- oder Frequenzformen. Im EEG finden sich zum Beispiel die Alphawellen. Alphawellen sind Gehirnwellen mit einer Frequenz zwischen 8 und 12 Hz. Bestimmte Wellen sind bei ADHS zu stark vertreten. Da gehören die Thetawellen (3-7 Hz) mit dazu. Andere finden sich zu wenig, wie die SMR-Wellen (12-15 Hz). Ziel des Neurofeedbacktrainings ist es, die Thetawellen zu vermindern und SMR (sensumotorischer Rhythmus) zu erhöhen. Auch dies geschieht mittels eines geeigneten Computerprogramms. Das PC-Programm steuert ein Spiel. Es stellt fest, ob genügend SMR vorhanden ist und auch, ob die Thetawellen niedrig genug sind. Falls ja, läuft das Spiel, ansonsten stoppt es. Als Spiel könnte ein Flug mit einem Raumschiff durch das Weltall und vieles andere mehr dienen. Dadurch bekommt das Gehirn ein Feedback und kann damit lernen mehr SMR und auch weniger Thetawellen zu erzeugen. Dadurch lernt das Gehirn letztendlich eine bessere Selbstregulation, was sich positiv auf das Verhalten auswirken kann.
Behandlung mit Hilfe eines Computerprogramms
Ein anderer Ansatz kann mit dem PC-Programm WinKonz verwirklicht werden. Ausgangspunkt sind die Forschungsergebnisse von Torkel Klingberg, einem schwedischen Forscher. Dieser wies – auch mittels Kernspintomographie - nach, dass bestimmte Übungen geeignet sind das Arbeitsgedächtnis zu verbessern. Menschen mit einem besseren Arbeitsgedächtnis verhalten sich auch weniger hyperaktiv. Wichtig bei den Computerübungen ist ein adaptives Vorgehen. Der Schwierigkeitsgrad der Übungen muss sich den Möglichkeiten und Fähigkeiten des Übenden anpassen. Dies ist mit den ADHS-Übungen von WinKonz möglich.